Gruß aus Münster!
091025 Soso, das große Impfen beginnt. Was eine Herausforderung.
Morgen geht es los! Das große Impfen beginnt. Das gegen die Schweinegrippe, die seit einem halben
Jahr die Welt infiziert. Zumindest immer wieder ein paar Leute mehr. Und weil das Virus nicht so gefährlich zu sein scheint, wie im Frühjahr noch angenommen, interessiert es viele Leute gar
nicht. Außerdem sind eh erst mal die Ärzte, Krankenschwestern, Soldaten und Spitzenpolitiker dran. Irgendwann in einem Monat oder so dann der Rest. Und dann gilt – für alle nicht Privilegierten –
die Überlegung: Wenig bis ungeprüfte Zusatzstoffe in sich reinpumpen oder nicht?
Wer Angst vor Spritzen und Ärzten hat, ist da etwas im Vorteil und kann seine Entscheidung schneller fällen. Dabei wäre eine Kombi aus Faulheit, Verfressenheit und Hypochondrie die beste
Voraussetzung, um das Gesundheitssystem mal so richtig auf Herz und Niere zu prüfen und bis zum Erbrechen auszureizen. So könnte man eine echte "Herausforderung" sein. Aber mit einer Arzt-Phobie im Gepäck wird daraus leider nichts. Und sollte die Schweinegrippe tatsächlich noch den Turbo einschalten und anvisierte 30
Millionen Deutsche befallen, wird das Problem akuter, die Lage ernst: Dann wird aus der Herausforderung ein Herausgeforderter. In der stillen Hoffnung, dass diese Horrorszenarien nur Panikmache
sind, ein Gruß aus Lüdenscheid!
091024 Soso, die Koalition steht. Nur Englisch kann sie nicht...
Das Beste an der neuen Koalition? Roland Pofalla wird Kanzleramtsminister und verschwindet damit so
gut wie von der Bildschirmfläche – und von den Mikrofonen. Dann hat das nasale und emotionslose CDU-Geschwätz ohne Schwankungen und Leben in der Stimme vorerst ein Ende. Aber wer weiß, wen die
Christdemokraten als neuen politischen Wadenbeißer in der Rolle des Generalsekretärs aus dem Hut zaubern... Ansonsten haben die Koalitionsverhandlungen einen FDP-Gesundheitspolitiker
hervorgebracht, der mit Mitte 30 einkommensunabhängige Pauschalbeiträge einführen möchte, einen CDU-Finanzminister, der seine Vorhaben zur staatlichen Kontrolle jetzt vom Netz in die Banken
verlagern könnte, und einen CSU-Shootingstar, der nun ins Verteidigungsministerium (straf)versetzt wird. Von den enormen Steuerentlastungen für die Bürger ist kaum noch etwas zu hören und die
Wehrpflicht wird von neun auf sechs Monate verkürzt, damit nach dem Abi wenigstens der direkte Studienbeginn unmöglich wird und danach aber ein halbes bis dreiviertel Jahr Langeweile folgt, da
dank Bachelor-Einführung die meisten Studiengänge nur im Wintersemester starten. Von dieser Ausgangslage betrachtet, können die kommenden vier Jahre unter Schwarz-Gelb eigentlich nur besser
werden!?
Besser sollte auch das Englisch einiger in Texas lebender Hispanics werden. Das fanden zumindest sechs Polizisten in Dallas und verteilten 39 Knöllchen wegen zu schlechter Englischkenntnisse. Die
Aktion flog auf, als eine Frau die Strafe vor Gericht brachte. Ihr und den anderen werde das Geld nun zurückgezahlt; gegen die Polizisten wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt. So etwas droht
Politikern bei Missverwaltung zwar nicht – aber vielleicht geht ja auch so alles gut... Ein hoffnungsvoller Gruß aus Lüdenscheid!
091023 Soso, strickt euch durch die Krise! Nur nicht kunterbunt!
Das Altenaer Unternehmen "Selter" hat die Wirtschaftkrise überwunden! Messbar ist das am größten
Umsatz der 180-jährigen Firmengeschichte, drei neuen Montage- und Produktionsmaschinen und 12.000 Stricknadeln pro Tag. Denn die stellt "Selter" quasi am laufenden Band her. Dass die Nachfrage
nach den Nadeln so groß ist, mag einem allgemeinen Trend folgen. Vielleicht bereitet die eine oder andere Omi auch schon wieder Weihnachtsgeschenke vor. Oder die Wirtschaftskrise ist schuld:
Statt sich teure Pullis zu kaufen oder sich die Blöße, bei "kik" einzukaufen, geben zu müssen, greifen vielleicht dieses Jahr mehr Leute selbst zu Nadel und Faden, um sich ihre Winterkollektion
zu basteln.
Besser ist dieser Trend zur selbstgemachten Mode mit Sicherheit. Denn in den meisten Läden wird man mehr schlecht als recht beraten – wenn überhaupt. In einigen Filialen der Bekleidungsbranche
lassen die Verkäufer neuerdings schon Bildschirme sprechen. Darauf zu sehen sind dann die wildesten Kombinationen aus Oberteilen, Unterteilen und Zwischenteilen. Egal, welche Farben. Egal, welche
Muster. Egal, welcher Stoff. Darüber blinkt immer wieder in großen Lettern die Aufforderung "Seien Sie kreativ!" auf. Zwar waren die Bertaungen sogenannter Fachverkäufer oft schon fragwürdig und
der ein oder anderen Kundin hätten die Damen hinter der Kasse vielleicht sagen sollen/müssen, dass dieser oder jener Stoff nicht nur von ganz alleine aufträgt sondern an speckigen Bäuchen erst
recht nichts zu suchen hat. Wenn jetzt Kunden alles selbst machen sollen – von der Auswahl bis zu Beratung – braucht sich die Modewelt nicht zu wundern, wenn bald nur noch online eingekauft wird.
Aber dann hört es möglicherweise bald auch auf, dass auf den Straßen Leute rumrennen, die aussehen, als seien sie entweder auf der Flucht aus einem Zirkus, wollten zur nächsten Bad-Taste-Party
oder feierten schon mal Fasching! Dann doch lieber ein eigens gestrickter Schal und ein Gruß aus Lüdenscheid!

Soso...
