Gruß aus Münster!

091108 Soso, im Westen was Neues. Und im Süden geht's bergab.
20 Jahre und 1,3 Billionen Euro später kommt nun wieder eine Wende. Zumindest plant der neue Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU laut Zeitungsinterview den Aufbau West. Die Bahnstrecke von Berlin nach Nürnberg soll ausgebaut, die A1 komplett sechsspurig und der Kölner Autobahnring erweitert werden. Der Westen sei in den vergangenen Jahrzehnten zu kurz gekommen, hier gebe es "erheblichen Nachholbedarf". Mit dem Ministerwechsel also auch der Einstellungswechsel? Ramsauers Vorgänger im Verkehrsministerium war Wolfgang Tiefensee, gebürtig aus Gera, der gleichzeitig auch den wohlklingenden Posten "Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer" innehatte. Diese Funktion ist mit dem Regierungswechsel ans Innenministerium übergegangen, sodass Ramsauer als alter Bayer sich nicht mehr sonderlich dem Osten verpflichtet fühlen braucht. Dass sich nach 1,3 Billionen Euro, die der Aufbau Ost Schätzungen zufolge bislang gekostet haben soll, das Blatt nun vielleicht wendet überrascht zudem wenig, da die Union in der Vergangenheit immer wieder Wünsche geäußert und Pläne geschmiedet hatte, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen.
Weg vom Fenster könnte bald auch der FC Bayern sein. Immer näher rückt der Fußballverein der zweiten Tabellenhälfte der 1. Bundesliga. Und ausgerechnet in diesem Moment kritisiert Nationalspieler Philipp Lahm das Einkaufsverhalten seiner Chefs. Dass er das gut und wichtig findet, begründet der 25-Jährige mit seiner Verbundenheit dem Verein gegenüber. Dass er "das noch bedauern wird", drohte indes Manager Uli Hoeneß. Der kann sich vermutlich nicht ein zweites Mal in Folge einen Rausschmiss eines Trainers noch während der laufenden Saison erlauben und hackt deswegen lieber auf den Spielern rum. Vielleicht muss er einfach mal einsehen, dass nicht alles, was viel Geld gekostet hat, auch immer viele und große Erfolge bringt... Gruß aus Frankfurt!

091107 Soso, esst mehr Kartoffeln! Denn Crêpes kommen nicht aus Schweden.
Esst mehr Kartoffeln! So empfiehlt es die schwedische Lebensmittelbehörde. Denn wie der "Spiegel" berichtet, prescht das skandinavische Land in Sachen Klimaschutz vor: In Zukunft wollen die Schweden Lebensmittel mit einer Kohlenhydrat-Kennzeichnung etikettieren. Damit sollen die Esser – also alle – auf die Treibhausgase aufmerksam gemacht werden, die durch Produktion, Transport und Verpackung von Nahrungsmitteln ausgestoßen werden. Das könnte dazu führen, dass statt Rind bald Huhn und statt Tomaten bald Möhren gegessen werden. Von der Idee zahlreicher Interessenverbände provitiert auch die schwedische Fast-Food-Kette "Max": Seit die Burger mit den Klimawerten ausgezeichnet werden, verkaufen sich die Produkte laut Magazin um 20 Prozent besser. Na, wenn das mal kein guter Schachzug war – für alle Beteiligten.
Die Schweden sind im Moment auch Mitten in Frankfurt los: Ein riesiges Holzschiff ist an die Hauptwache 'gespült' worden. Drum herum haben sich seit ein paar Tagen Buden, Stände und Zelte dazugesellt. Und seit heute ist die laut Schild "Schwedische Woche" genannte Veranstaltung offiziell eröffnet. Überall hängen blaue Fahnen mit gelbem Kreuz und ganz uneigennützig hat ein bekanntes Möbelhaus aus Schweden fast an jeder zweiten Verkaufsstelle seinen Namen angeschlagen. Dabei werden sogar Weinflaschen aus den großen blauen "IKEA"-Plastiktüten verteilt. PR – wie sie im Buche steht. Schön und gut. Schade nur, dass nicht alles, was unter schwedischer Flagge verkauft wird, auch aus dem hohen Norden kommt. Oder seit wann sind Crêpes eine originär skandinavische Erfindung? So gut sie auch schmecken – in diesem Fall muss die falsche Etikettierung boykottiert werden. Gruß aus Frankfurt!

091025 Soso, das große Impfen beginnt. Was eine Herausforderung.
Morgen geht es los! Das große Impfen beginnt. Das gegen die Schweinegrippe, die seit einem halben Jahr die Welt infiziert. Zumindest immer wieder ein paar Leute mehr. Und weil das Virus nicht so gefährlich zu sein scheint, wie im Frühjahr noch angenommen, interessiert es viele Leute gar nicht. Außerdem sind eh erst mal die Ärzte, Krankenschwestern, Soldaten und Spitzenpolitiker dran. Irgendwann in einem Monat oder so dann der Rest. Und dann gilt – für alle nicht Privilegierten – die Überlegung: Wenig bis ungeprüfte Zusatzstoffe in sich reinpumpen oder nicht?
Wer Angst vor Spritzen und Ärzten hat, ist da etwas im Vorteil und kann seine Entscheidung schneller fällen. Dabei wäre eine Kombi aus Faulheit, Verfressenheit und Hypochondrie die beste Voraussetzung, um das Gesundheitssystem mal so richtig auf Herz und Niere zu prüfen und bis zum Erbrechen auszureizen. So könnte man eine echte "Herausforderung" sein. Aber mit einer Arzt-Phobie im Gepäck wird daraus leider nichts. Und sollte die Schweinegrippe tatsächlich noch den Turbo einschalten und anvisierte 30 Millionen Deutsche befallen, wird das Problem akuter, die Lage ernst: Dann wird aus der Herausforderung ein Herausgeforderter. In der stillen Hoffnung, dass diese Horrorszenarien nur Panikmache sind, ein Gruß aus Lüdenscheid!